Die Geschichte von Louis Pasteur
Zwei Jahrhunderte lang wuchsen Amerikaner mit der Furcht vor gefährlichen Mikroorganismen auf, die in der Luft, im Wasser und im Essen lauern, jederzeit bereit, ahnungslose Opfer anzufallen und Katastrophen in Form von Infektionen und Seuchen auszulösen.
Es ist Louis Pasteur, dem wir für die Erfindung der berüchtigten ?Keim-Theorie” danken dürfen. Kernaussage dieser Theorie ist, dass Bakterien, Viren und Pilze ungeheuer mächtig und unveränderlich sind; dass sie eine Person von außen befallen; dass eine bestimmte Mikrobe eine bestimmte Krankheit auslöst; und dass man nur die Keime mit Medikamenten vernichten muss, um die Krankheit zu vertreiben und die Gesundheit wiederherzustellen.
Milchtrinker kennen den französischen Chemiker ebenso gut wie alle, die in der Schule Chemie hatten. Die Prozedur, mit der Milch so hoch erhitzt wird, dass gefährliche Mikroben abgetötet werden, wurde von Pasteur eingeführt.
Unglücklicherweise werden die nützlichen Nährstoffe – Enzyme, Vitamine und Mineralien – dabei ebenfalls zerstört.
Ihm zu Ehren heißt diese Verfälschung von Milchprodukten ?Pasteurisation”. Abgesehen von innovativ forschenden Wissenschaftlern und ganzheitlichen Ärzten, die dieser Forschung folgen, wissen die meisten Menschen nicht, dass Pasteurs Keim-Theorie auf fehlerhafter – wenn nicht sogar bewusst gefälschter – Forschung basiert.
Viele Ideen und Entdeckungen, die Pasteur der Welt als seine eigenen präsentierte, waren in Wirklichkeit von einem weitaus begabteren Rivalen gestohlen, dem Arzt und Pharmakologen Pierre Jacques Antoine Bèchamps (geboren 1816). Während Pasteur sich, abgesehen von seinem Chemiestudium, nicht sonderlich hervortat (er schaffte mit Mühe und Not sein Examen) und keine biologische oder medizinische Ausbildung besaß, war Bèchamps Doktor der Medizin und der Naturwissenschaften, besaß einen Mastertitel in Pharmazie, war Professor für medizinische Chemie und Pharmazie (an der medizinischen Fakultät der Universität von Montpellier), Professor für Biochemie, Dozent und Professor für Physik und Toxikologie sowie Dekan der freien medizinischen Fakultät (an der Universität von Lille).
Zu den vielen Leistungen, die Bèchamps auszeichnen, gehört die Rettung der französischen Seidenindustrie vor dem Ruin, indem er die Ursachen und Gegenmittel für zwei Krankheiten fand, die die Seidenraupenpopulation dahinrafften. Obwohl Pasteur in einem Brief an einen Kollegen schrieb: ?Ich habe noch nie eine Seidenraupe auch nur angefasst?, behauptete er später, die Seidenindustrie im Alleingang gerettet zu haben ? eine Behauptung, die unglücklicherweise so gut verbreitet wurde, dass man Pasteur allein aufgrund der ständigen Wiederholung Glauben schenkte.
Einige von Bèchamps Arbeiten, die Pasteur stahl, wurden sogar unter Pasteurs Namen der Französischen Akademie der Wissenschaften präsentiert. Die wissenschaftliche Autorin Edith Douglas Hume berichtet sehr detailreich, wie Pasteurs eigene Experimente seinen Schlussfolgerungen gelegentlich widersprachen und wie diverse chemische Prozeduren, die Pasteur französischen Winzern und anderen Herstellern empfahl, schnell wieder fallengelassen wurden, nachdem man bemerkt hatte, dass seine Empfehlungen zu katastrophalen Resultaten führten. Trotz seiner umfassenden Beiträge zur Forschung – so entwickelte er für die französische Farbenindustrie eine kostengünstige Methode, den künstlichen Farbstoff Anilin herzustellen – ist Bèchamp beinahe vergessen, während das Andenken Louis Pasteurs verehrt wird.
Ironischerweise ist aus vielen Verbesserungen, die Bèchamp entwickelte, letztendlich nichts geworden, weil Pasteur die wissenschaftlich akkuraten Daten, die er von seinem Konkurrenten stahl, mit seinen eigenen, nicht akkuraten Theorien verfälschte. Das größte Zerrbild, das Pasteur produzierte, war, Bèchamps solide wissenschaftliche Beweise zum Ursprung und Wesen von Mikroben zu verdrängen und durch seine eigene populäre Erfindung namens Keim-Theorie zu ersetzen – die sehr schnell von Mainstream – Wissenschaftlern und Ärzten als unumstößliches Faktum akzeptiert wurde.
Wie kam es dazu?
Die Antwort hat, damals wie heute, sehr viel mit Werbung und Politik zu tun. In ihrem Buch ?Bèchamp or Pasteur? A lost Chapter in the History of Biology” schreibt Edith Douglas Hume über Pasteur: ?Starke Willenskraft, exaktes Weltwissen und grenzenloser Ehrgeiz waren seine herausragenden Charakterzüge.” Im Gegensatz dazu besaß Antoine Bèchamp keinerlei persönlichen Ehrgeiz. Er war in keiner Weise aufdringlich, suchte nicht die Bekanntschaft einflussreicher Leute, um ihnen seine Erfolge zu präsentieren. Selbstvergessen konzentrierte er sich einzig und allein auf die Natur und ihre Geheimnisse und ruhte nicht eher, bis er ihr einige davon entlockt hatte.
Niemals dachte er daran, sich im Rampenlicht zu positionieren.
Während Pasteur zum öffentlichen Helden wurde, war Bèchamp in seinem Labor in seine Entdeckungen vertieft, die er einfach später in wissenschaftlichen Berichten veröffentlichte, ohne dies mit großen Werbekampagnen anzukündigen. Im Vorwort des Herausgebers in Bèchamps Werk ?The Blood and Its Third Anatomical Element” betont der Arzt George Starr White, dass die englische Research Advancement Society einer Von Pasteurs Förderern gewesen sei, ?eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Tierversuche populär zu machen. Pasteur entdeckte nichts bis auf die Tatsache, dass man, wenn man im Rampenlicht steht und die richtige Unterstützung hat [Geld und politischen Einfluss], unsterblichen Ruhm erlangen kann.”
Ironischerweise gab Pasteur auf seinem Sterbebett zu, dass er die Öffentlichkeit in Bezug auf die Keim-Theorie schändlich getäuscht und dass sein Gegenspieler Bèchamp recht gehabt habe. Zu diesem Zeitpunkt war die wissenschaftliche Forschung aber schon so irregeleitet und die Lüge saß so fest als Faktum in den Köpfen der Menschen, dass man nicht in der Lage war, den Irrglauben zu revidieren. Das ist sehr verständlich, denn ein Konzept, dass in solchem Umfang der Welt vorgestellt wird, macht sich irgendwann selbständig. Hinzu kommt, dass mächtige Industriezweige (wie etwa die Chemiekonzerne) mit Pasteurs Lügen Geld machten. Es lag also in ihrem Interesse, Bèchamps Entdeckungen zu vertuschen.
Quelle: nexus-magazin
bisher 2 Kommentare 29. November 2006








